Übersichtskarte
Die Strecke
Fürstenhausen/Völklingen - Hostenbach -
Überherrn -
Hargarten-Falck (SNCF) hat in den vergangenen Jahrzehnten
einen schon
fast beispiellosen Niedergang erlebt. Ursprünglich war diese
Strecke ein wichtiger Grenzübergang nach Frankreich. Direkt
nach dem zweiten Weltkrieg verlor die Strecke bereits ihre Anbindung an
die Saarstrecke Richtung Trier, da die Verbindungskurve Wadgassen -
Bous nicht mehr aufgebaut wurde. Aufgrund der Bedeutung für
den grenzüberschreitenden Verkehr nach Frankreich wurde die
Strecke in
den 1950er Jahren elektrifiziert. Dadurch entstand ein
Systemwechselbahnhof 15 kV, 16,7 Hz der DB zu 25 kV, 50 Hz der
SNCF.
Man hatte hier den Ehrgeiz, die Strecke von Überherrn bis
Wadgassen so
umschaltbar zu gestalten, dass SNCF-Tfz bis zum Rbf Wadgassen
durchfahren konnten, gleichwohl konnten aber DB-Tfz auch nach
Überherrn
gelangen. Man hatte diese aufwändige Schaltung vorgesehen,
weil der
Bahnhof Überherrn allein für die anstehenden
Lokwechsel zu klein war,
gleichzeitig wollte man auch eine Teststrecke für 25-kV-,
50-Hz-Triebfahrzeuge zur Verfügung haben für die
Deutsche Bahnindustrie.
Später wurde die Schaltung der Strecke vereinfacht und der
Systemwechsel als feste Trennung in Überherrn realisiert, da
man
ausreichend Mehrsystemfahrzeuge zur Verfügung hatte.
Zu Beginn der 1990er Jahre begann dann der Niedergang mit Einstellung
des Personenverkehrs gefolgt von der Einstellung des
grenzüberschreitenden Güterverkehrs, dem letztendlich
der Abbau der
Oberleitungen folgte.
Schließlich wurde die Strecke zur Abgabe oder Stilllegung
ausgeschrieben und glücklicherweise von der Firma Mosolf 2003
als nicht
öffentliche Anschlussbahn übernommen.
Somit ist heute aus der früheren elektrifizierten
zweigleisigen
Hauptbahn des internationalen Verkehrs ein Firmen-Anschlussgleis
geworden.
Für weiterführende Literatur zu dieser
hochinteressanten Strecke und
ihrer Bedeutung für den elektrischen Einsenbahnverkehr sei auf
das
Archiv der "elektrischen bahnen" aus dem Oldenburg-Verlag verwiesen.
Die Strecke
Fürstenhausen - Großrosseln - Grube Warndt
wurde als Strecke des öffentlichen Verkehrs aufgrund der
Stilllegung der Grube Warndt im Jahre 2006 still gelegt. Den weiteren
Verlauf fasst Hr. Prof. Dr. Zimmermann aus Großrosseln
zusammen:
"Seit 2006 ist der Abzweig
ab Wehrden
(Hallerbrücke) nach Großrosseln DB-seitig
so
zurückgebaut wie der Abschnitt nach Überherrn, auch
mit
analoger 'Widmung' als 'Anschlussgleis', derzeit von RAG (wohl
später: von Wincanton Rail) gepachtet. Die RAG
fährt
(gelegentlich) noch in Velsen lagernde Kohle ab (meist aber
per
LKW, wird 2009 auslaufen) - geplant ist der Transport von
Kohleschlamm aus einem Absinkweiher bei Petite-Rosselle - ca.
3
Mio t) per Bahn ab Velsen durch Wincanton Rail.
Die Fahrdrähte sind ebenfalls entfernt (doch stehen die Masten
noch). Der ehem. Bahnhof Großrosseln
(Denkmalschutz)
verfällt und ist ein Bild des Jammers (die ehem.
Bahnhöfe Gersweiler, Fürstenhausen udn
Geislautern sind
in Privatbesitz). Zwar wird auf der ehemaligen Tagesanlage
des
Bergwerks Warndt-Luisenthal derzeit Industrie angesiedelt,
doch
sieht es so aus, als ob nicht genügend Fracht
aufkommt, um
dann die Strecke für Güterverkehr wieder zu
reaktivieren.
An Wochenenden und Feiertagen in der Saison haben wir einen
Draisinenbetrieb eingerichtet (als 'Unterpächter' der RAG, da
wir
kein Eisenbahnverkehrsunternehmen sind - kleiner Verein). Wir
fahren mit Start und Ziel Großrosseln bis zur TA
Grube
Warndt und nach Wehrden (Hallerbrücke), dann drehen
wir
jeweils und fahren nach Großrosseln zurück
..."
Infos zum Draisinenbetrieb finden Sie hier:
http://www.warndt-express.eu