Das Saalach-Kraftwerk der DB Energie GmbH in Bad Reichenhall



Am 19.Juni 2008 hatte ich Gelegenheit, dass Saalach-Kraftwerk der DB Energie GmbH zu besichtigen:

Das Kraftwerk wurde als Laufwasserkraftwerk von 1910 bis 1913 für die Bahnstromversorgung der neu elektrifizierten Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden gebaut. Das Wasser wird der hierfür aufgestauten Saalach entnommen. Der Probebetrieb begann im Herbst 1913. Offizielle Eröffnung war am 1. Januar 1914. Das Kraftwerk hat eine Gesamtleistung von 6,4 MW und versieht auch heute noch mit den ursprünglichen Maschinen zuverlässig seinen Dienst.


Saalach-Kraftwerk

Das Kraftwerksgebäude über den Auslasskanälen der fünf Turbinen

Das Kraftwerk hat einen Durchlass von 12000 Litern pro Sekunde


Turbinenhalle

Die Maschinenhalle mit den Druckrohren (grau), den Turbinen (blau), den Bahnstromgeneratoren (grün) und den 50-Hz-Generatoren (rot)

Das Kraftwerk kennt drei Betriebsarten: Erzeugung von Einphasen-Bahnstrom mit 16,7 Hz, Erzeugung von Dreiphasenstrom mit 50 Hz zur Einspeisung in das Landesnetz und die Kopplung von Bahnstomnetz und Landesnetz über rotierende Umformer (Motor-/Generatorsatz). Die dritte Betriebsart wird ermöglicht durch die gemeinsame Montage je eines Bahnstrom- und 50-Hz-Generators auf einer Turbinenwelle. Im Umformerbetrieb läuft die Turbine bei geschlossenem Wasserschloß leer mit. Es können theoretisch auch alle drei Betriebsarten gleichzeitig laufen, allerdings auf einer Welle immer nur eine Betriebsart. Die beiden vorderen Turbinensätze können dagegen nur Bahnstrom (grün, erster Turbinensatz im Bild) bzw. nur 50-Hz-Strom (rot, zweiter Turbinensatz im Bild) erzeugen.

Turbinenhalle

Blick hinter die Turbinen

Bei den Turbinen handelt es sich um Francis-Kesselturbinen mit zwei Laufrädern auf der Welle. Gut zu sehen ist die Verstellung der Leitschaufeln (silberne Betätigungsstangen).



Turbine 1911

Francis-Turbine

Blick auf eine Turbine von der Generatorseite aus. Auch hier ist die Leitschaufelverstellung gut zu sehen. Bei genauerem Hinschauen kann man auch das Herstellungsjahr (1911) erkennen.


Generator

Blick auf einen 50-Hz-Genrator

Hier kann man im 50-Hz-Generator durch die offene Bauweise die einzelnen Pole erkennen. Dahinter ist der Bahnstromgenerator (grün) zu erkennen. Im Vordergrund sind die beiden kleinen Erregermaschinen für die beiden Generatoren zu sehen.



Turbinenhalle

Turbinenhalle

Blick zwischen Turbinen und Generatoren sowie auf den Generator des fünften Turbosatzes im Vordergrund.


Wasserschloss und Druckrohre

Wasserschloss und Druckrohre

Im Wasserschloss wird das Wasser des Saalachsees, dass durch einen Tunnel hierher gelangt, beruhigt und durch große Schieber den einzelnen Turbinen zugeleitet. Nur mit dem Wasserschloss kann die Wasserzufuhr zur Turbine geschlossen werden.


Innenraum-Schaltanlage

Innenraumschaltanlagen

Die beiden Innenraumschaltanlagen für (wie bei den Turbinen) in grün Bahnstrom sowie in rot 50-Hz-Strom. Mit dieser 50-Hz-Schaltanlage wird u.a. das Netz der Stadt Bad Reichenhall geschaltet, während mit der Bahnstromschaltanlage auch die Versorgung der Bahnlinie Freilassing - Berchtesgaden und die seit 1953 bestehende Einspeisung (über einen Transformator) in das 110-kV-Bahnstromnetz geschaltet wird.



Saalach-Stausee

Der Saalachstausee

Der Stausee bietet die Möglichkeit, vorübergehend in Starklastzeiten eine höhere Leistung zu fahren, als es ein reines Laufwasserkraftwerk ohne Stausee könnte. Auf eine Starklastphase muss eine Schwachlastphase folgen, damit sich der Pegelstand des Stausees wieder erholen kann. Ein Rückpumpen wie bei einem Pumpspeicher- kraftwerk ist nicht möglich.



zurück